viaviva.team Engineering Library Prinzipien · voller Fähigkeitskatalog
Engineering & AI Security

Systeme müssen nicht nur intelligent sein. Sie müssen zuverlässig arbeiten.

Zwei Ebenen: oben die Prinzipien, nach denen wir für den Ernstfall bauen — jedes mit dem Blick auf den naiven Weg, unseren Weg und die Stelle, an der ein Mensch entscheidet. Darunter der volle Fähigkeitskatalog: 34 Bausteine in 5 Feldern, aus denen wir Ihre Systeme zusammensetzen.

Im eigenen Betrieb  kein Versprechen, sondern die Bauweise, nach der unsere eigenen Systeme jeden Tag laufen

Die Prinzipien

Was ein System sicher und verlässlich macht, zeigt sich nicht am guten Fall, sondern am Ernstfall — an manipulierten Eingaben, Überlast, Wartezeiten und Fehlern.

01 Im eigenen Betrieb SicherheitKontrolle

Fremde Information ist Anhang, kein Befehl

Was aus Daten, Dateien oder Webseiten zurückkommt, wird verarbeitet — aber nie als Anweisung befolgt.

EingangHerkunft prüfenals Inhalt behandelnGrenzeVerarbeitung
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Ein Sprachmodell führt aus, was im Text steht — auch wenn der Text aus einer fremden Quelle stammt. Eine manipulierte Webseite, Mail oder Datei kann so das System fernsteuern.

So bauen wir

Nur der Auftrag selbst ist ein Befehl. Alles, was ein Werkzeug zurückgibt, ist Material, das geprüft und begrenzt verarbeitet wird; ein darin versteckter Befehl läuft nie von selbst an.

Warum das zählt

Sobald ein System externe Texte liest und daraus handelt, kann ein darin versteckter Befehl es steuern. Genau hier trennt sich ein sicher gebautes System von einem gefährlichen.

Was das Prinzip leistet

  • Eingaben nach Herkunft trennen — der Auftrag gegen das Fundstück
  • externe Inhalte ohne Ausführungsrechte verarbeiten
  • einen gefundenen Befehl in Quarantäne legen statt auszuführen
  • klare Vertrauensgrenzen zwischen Quelle und Verarbeitung ziehen
  • protokollieren, welche Quelle wann was geliefert hat

Wo ein Mensch entscheidet

Hält das System einen gefundenen Befehl doch für berechtigt, legt es ihn einem Menschen vor — er läuft nie ungefragt an.

Was dabei entsteht

kontrolliert verarbeiteter InhaltQuarantäne-EintragHerkunftsprotokoll

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo ein System externe Mails, Dokumente, Webseiten oder Nutzereingaben liest und daraus handelt.

02 Im eigenen Betrieb Kontrolle

Menschen an den Stellen, die zählen

Vor jedem Schritt mit Außenwirkung oder Tragweite steht eine bewusste Freigabe — hier handelt kein System allein.

VorschlagFreigabestufeMenschFreigabeAusführung
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Ein automatisiertes System sendet, bucht oder verändert, sobald es „fertig“ ist. Fehler zeigen sich dort, wo sie am teuersten sind — beim Empfänger.

So bauen wir

Jeder folgenreiche Schritt trägt eine Freigabestufe; je nach Tragweite gibt das System selbst frei, eine getrennte Prüfstelle oder ausdrücklich ein Mensch. Außenkommunikation verlässt das Haus nie ohne diese Freigabe.

Warum das zählt

Für alles, was nach außen wirkt oder sich schwer zurücknehmen lässt: eine Mail, eine Buchung, eine Zugangsfreischaltung. Ein Fehler ist hier teuer — deshalb steht davor ein Mensch.

Was das Prinzip leistet

  • Freigabestufen je nach Tragweite — selbstständig, geprüft oder Mensch
  • ein einziges kontrolliertes Nadelöhr für alle Außenkommunikation
  • Freigabe über Oberfläche oder Messenger einholen
  • jede Freigabe nachvollziehbar protokollieren
  • ein automatisch positives Urteil bleibt Vorschlag, bis ein Mensch es bestätigt

Wo ein Mensch entscheidet

Das ist der Kern des Prinzips: Der Mensch entscheidet dort, wo Urteil, Verantwortung und Außenwirkung zusammenkommen.

Was dabei entsteht

freigegebener VorgangFreigabeprotokollbis zur Freigabe gehaltener Entwurf

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo ein System nach außen wirkt oder Unumkehrbares tut.

03 Im eigenen Betrieb Verlässlichkeit

Arbeit, die über Stunden und Monate offen bleibt

Ein Vorgang überlebt Neustarts, Wartezeiten und Zuständigkeitswechsel, ohne dass ihn jemand im Kopf behalten muss.

StartZustand sichernwarten / parkenAuslöserWiederaufnahme
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Läuft ein Prozess über Tage, hängt er an einer laufenden Sitzung oder an einem Menschen, der sich erinnert. Ein Neustart oder ein Urlaub verliert den Faden.

So bauen wir

Der Zustand liegt außerhalb des flüchtigen Speichers. Wartet ein Vorgang auf eine Antwort, wird er geparkt und wacht automatisch wieder auf, sobald die Antwort da ist — über Stunden, Tage oder Monate.

Warum das zählt

Für Arbeit, die länger dauert als eine Sitzung — Genehmigungen, Wartungsintervalle, Fristen, mehrstufige Vorgänge mit Wartezeit dazwischen.

Was das Prinzip leistet

  • den Zustand dauerhaft außerhalb der Sitzung halten
  • auf eine Antwort parken und automatisch reaktivieren
  • Fälligkeit aus Zeit, Zustand oder Nutzung ableiten
  • den Arbeitsstand so übergeben, dass ein anderer Kopf weitermacht
  • die Frist läuft auch im Wartezustand weiter

Wo ein Mensch entscheidet

Wo ein Vorgang auf eine menschliche Handlung wartet, liegt er sichtbar in dessen Warteschlange — nicht im Verborgenen.

Was dabei entsteht

gesicherter Vorgangszustandautomatische Wiederaufnahmeübergebbarer Arbeitsstand

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo Arbeit länger dauert als der Moment, in dem sie angestoßen wird.

04 Im eigenen Betrieb BetriebVerlässlichkeit

Nach dem Fehler geordnet weiter

Ein Engpass oder Absturz bricht die Arbeit nicht ab — er verschiebt sie und nimmt sie wieder auf.

MessungEngpassVerschiebenErholungWiederaufnahme
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Bei Überlast oder Fehler bricht ein Lauf ab und bleibt liegen. Ob überhaupt etwas fehlt, merkt niemand — bis es vermisst wird, und dann ist es schon alt.

So bauen wir

Der Zustand wird laufend gemessen; bei einem Engpass wird schwere Arbeit verschoben statt abgebrochen; ein ausgebliebener Lauf gilt als Störung, nicht als Ruhe; die Daten liegen gesichert für den Ernstfall bereit.

Warum das zählt

Für jedes System, das unbeaufsichtigt läuft und trotzdem verlässlich sein muss — nachts, am Wochenende, unter Last.

Was das Prinzip leistet

  • Auslastung und Zustand wirklich messen, nicht schätzen
  • schwere Arbeit bei Engpass zurückstellen statt abbrechen
  • einen ausgebliebenen Lauf als Störung erkennen — Stille gilt nicht als Ordnung
  • regelmäßige, wiederherstellbare Sicherungen führen
  • sich nach der Erholung selbsttätig wieder aufnehmen

Wo ein Mensch entscheidet

Was gemeldet wird und was warten kann, legt der Betrieb fest — eine Wache, die alles meldet, wird ignoriert.

Was dabei entsteht

verschobener statt abgebrochener LaufStörungsmeldungwiederherstellbare Sicherung

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo ein System ohne ständige Aufsicht laufen und trotzdem tragen muss.

05 Im eigenen Betrieb Kontrolle

Belegt statt behauptet

Ein Ergebnis gilt erst als fertig, wenn eine getrennte Stelle es geprüft hat; eine Antwort trägt ihre Fundstelle.

Ergebnisgetrennte PrüfungBelegAbnahme
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Wer arbeitet, meldet selbst „fertig“. Eine KI-Antwort klingt überzeugend, ohne dass jemand sie an der Wirklichkeit prüfen kann.

So bauen wir

Arbeit wird von einer vom Erzeuger getrennten Stelle geprüft, bevor sie zählt; zu jeder Antwort gehört die Fundstelle, nachlesbar statt geglaubt. Das unterscheidet ein belegtes Ergebnis von einem bloß plausiblen.

Warum das zählt

Für alles, worauf man sich verlassen muss — besonders dort, wo ein Sprachmodell etwas ausgibt, das plausibel klingt, aber niemand nachgeprüft hat.

Was das Prinzip leistet

  • die Prüfung an eine vom Erzeuger getrennte Stelle geben
  • Ergebnisse gegen den echten Systemzustand messen
  • jede Antwort mit Herkunft und Fundstelle ausweisen
  • Prüfpunkte einzeln bestätigen
  • „fertig“ erst nach bestandener Prüfung gelten lassen

Wo ein Mensch entscheidet

Die letzte Abnahme vor dem Ernstfall bleibt beim Menschen; die Prüftiefe richtet sich nach der Tragweite.

Was dabei entsteht

geprüftes ErgebnisAntwort mit FundstellePrüfvermerk

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo ein System Ergebnisse liefert, auf die eine Entscheidung folgt.

06 Im eigenen Betrieb SicherheitDaten & Rechte

Wenig Rechte, klar verwahrte Geheimnisse

Jeder Teil bekommt nur die Rechte und Zugänge, die er für seine Aufgabe braucht — nicht mehr.

AufgabeRechte zuschneidenZugang über FreigabelisteProtokoll
Details ansehenZuklappen
Naiv gebaut

Ein System läuft mit vollen Rechten auf allem. Ein einziger Fehler oder Missbrauch wirkt dann sofort überall.

So bauen wir

Rechte und Zugänge sind je Aufgabe zugeschnitten und laufen über eine benannte Freigabeliste; Schreibrechte gelten nur für den zugewiesenen Ort; jeder Zugriff ist protokolliert.

Warum das zählt

Für jedes System, das mit sensiblen Daten, Konten oder fremden Schnittstellen arbeitet. Der Schaden eines Fehlers hängt daran, wie viel Recht der fehlerhafte Teil hatte.

Was das Prinzip leistet

  • Rechte je Rolle und Aufgabe zuschneiden
  • Geheimnisse nur über eine Whitelist herausgeben
  • Schreibzugriff auf den zugewiesenen Ort begrenzen
  • jeden Zugriff protokollieren
  • keine Roh-Personendaten länger halten als nötig

Wo ein Mensch entscheidet

Wer welche Rechte und Zugänge bekommt, ist eine bewusste Festlegung des Betriebs — keine Voreinstellung.

Was dabei entsteht

zugeschnittene Rechtekontrollierter Zugang zu GeheimnissenZugriffsprotokoll

Übertragbar auf Ihr System: Überall, wo Systeme mit Zugangsdaten, Konten oder personenbezogenen Daten umgehen.

Der volle Fähigkeitskatalog

34 Bausteine in 5 Feldern — das Handwerk hinter den Prinzipien. Tippen Sie ein Feld auf, um seine Bausteine zu sehen.

Systeme & Oberflächen

7 Bausteine

Eigene Software statt dauerhafter Kompromisse mit Standardprodukten: Oberflächen, Rollen und Bereiche, die den echten Betrieb abbilden.

  • Eigene BedienoberflächenOberflächen für die tatsächlichen Abläufe statt für ein fremdes Datenmodell.
  • Rollen und Rechte nach Ihrer StrukturRegelt, wer was sehen und tun darf — abgebildet auf Ihre Organisation.
  • Portale und MitgliederbereicheGeschlossene Bereiche mit eigener Anmeldung und geschützter Datenhaltung.
  • Self-Service und geführte AbläufeBereiche, in denen Kunden oder Mitarbeiter Schritte selbst erledigen.
  • Durchsuchbares WissenVolltextsuche über Vorgänge, Dokumente und Notizen an einem Ort.
  • Dashboards und ÜbersichtenKennzahlen, Fälligkeiten und Prioritäten auf einen Blick.
  • Dokumente, Ablage und HistorieDateien zugeordnet, auffindbar und nachvollziehbar statt in Ordnern verteilt.

Integration & Datenfluss

6 Bausteine

Bestehende Systeme bleiben, was sie sind — wir bauen die Prozesslogik darüber und dazwischen, über offizielle Schnittstellen.

  • Anbindung an bestehende SystemeERP, CRM, E-Mail und Kalender werden Quelle, Fachsystem oder Archiv.
  • Offizielle Schnittstellen statt UmgehungAnbindung über dokumentierte APIs, innerhalb der Plattformgrenzen.
  • Ereignisse von außen annehmenNimmt Meldungen anderer Systeme automatisiert entgegen.
  • Daten an die richtige Stelle führenInformationen fließen dorthin, wo sie gebraucht werden.
  • Massenimport von AltdatenÜbernimmt Stamm- und Altdaten in einem kontrollierten Zug.
  • Druck- und PDF-ErzeugungBelege und Berichte im Hausdesign, aus dem Bestand erzeugt.

KI im Prozess

7 Bausteine

Künstliche Intelligenz kommt dort zum Einsatz, wo sie wirtschaftlich und technisch trägt — als verlässlicher Baustein, nicht als Selbstzweck.

  • KI für Verstehen und AufbereitenÜbernimmt das Lesen, Sortieren und Vorbereiten, wo feste Logik zu starr wäre.
  • Feste Logik, wo Verlässlichkeit zähltTrägt die Teile, die immer gleich und nachprüfbar laufen müssen.
  • Lokale KI bei Datenschutz oder KostenVerarbeitung im Haus, wenn Daten es verlangen oder Kosten es nahelegen.
  • Eingehendes vorklassifizierenSortiert Post, Anfragen oder Meldungen inhaltlich vor.
  • Sprache und Scan in Text wandelnÜberführt Sprachnotizen, Fotos und PDFs in zugeordnete Einträge.
  • Gestufte EskalationEin einfaches Modell zuerst, ein stärkeres nur, wenn es nötig ist.
  • Geprüfte statt geglaubte ErgebnisseKI-Ausgaben werden gegen Regeln und den Bestand geprüft, bevor sie zählen.

Zuverlässigkeit & Betrieb

7 Bausteine

Was unbeaufsichtigt läuft, muss sich selbst zusehen: messen, verschieben, sichern, wieder aufnehmen.

  • Zustand dauerhaft haltenVorgänge überleben Neustarts und Wartezeiten außerhalb der Sitzung.
  • SelbstüberwachungDer Betrieb misst sich selbst und meldet, wenn ein Lauf ausbleibt.
  • LastregelungSchwere Arbeit wird bei Engpass zurückgestellt statt abgebrochen.
  • Wiederherstellbare SicherungenRegelmäßige, geprüfte Backups mit klarem Wiederanlaufweg.
  • Geplante Läufe mit ZeitgrenzeJeder wiederkehrende Lauf trägt ein Zeitlimit — kein hängender Rest.
  • Zentrale KapazitätssteuerungEin Leitstand koordiniert Prioritäten, Kapazität und Ruhezeiten.
  • Selbsttätige WiederaufnahmeZurückgestellte Arbeit läuft weiter, sobald wieder Luft ist.

Sicherheit & Kontrolle

7 Bausteine

Vertrauensgrenzen, bewusste Freigaben und so wenig Rechte wie möglich — die Grundlage jedes Systems, das nach außen wirkt.

  • VertrauensgrenzenFremde Inhalte werden verarbeitet, aber nie als Befehl befolgt.
  • FreigabestufenJe nach Tragweite gibt das System selbst frei, eine Prüfstelle oder ein Mensch.
  • Ein kontrolliertes Nadelöhr nach außenAlle Außenkommunikation läuft durch eine einzige, gegatete Stelle.
  • So wenig Rechte wie möglichJeder Teil bekommt nur die Rechte und Zugänge seiner Aufgabe.
  • Geheimnisse hinter einer WhitelistZugangsdaten werden nur an benannte, berechtigte Stellen herausgegeben.
  • Nachvollziehbares ProtokollWer wann was getan hat, ist belegt statt behauptet.
  • Datenschutz-bewusste HaltungKeine Roh-Personendaten länger als nötig; Verarbeitung, wo möglich, lokal.
Kein Eintrag passt zu Ihrer Suche. Formulierung ändern oder Filter „Alle“ wählen.

Und die andere Seite: was sich automatisieren lässt.

Die Engineering Library zeigt, wie zuverlässig gebaut wird. Der Automations-Atlas zeigt, welche Abläufe daraus entstehen.

Automations-Atlas öffnen →